Neulich, als ich so auf den letzten Drücker mir die passenden Weihnachtsgeschenke einfallen ließ (und sie dann natürlich auch besorgte), dachte ich mir: Woran merkt man eigentlich, dass Geschenke von Herzen kommen? Meine Meinung dazu: Man sorgt dafür, dass man dem Geschenk ansieht, dass man sich Mühe gegeben hat.
Wieder zu hause angekommen, fiel mein Blick auf zwei alte Amazon-Kartons, die ich aufgrund ihrer Stabilität und ihres Formfaktors aufgehoben, aber noch keinem neuen Verwendungszweck zugeführt hatte.
Ich weiß nicht, welche meiner Gehirnwindungen dafür verantwortlich war, aber irgendwo sagte es “klick” und im nächsten Moment war der Plan gefasst: Baue eine Schatztruhe daraus! Natürlich war zuerst eine Recherche erforderlich, bewerkstelligt durch die Eingabe von “Schatztruhe” in die Google Bildersuche. Letztendlich war es dann folgendes Bild, an dem ich mich orientieren würde:
Und so fing ich gestern an, zu basteln, was mich für den ganzen Abend beschäftigen würde. Der erste Schritt ging einfach:
Alle bis auf eine Lasche wurden abgeschnitten, die so verstümmelten Kartons zu Deckel und [wie heißt eigentlich der untere Teil einer Truhe?!] zusammengesteckt, wobei drei der Laschen noch zur Stabilisierung und Erhöhung des unteren Teils verwendet wurden. Anschließend hieß es allerhand Dekorationselemente zu schnippeln, wofür die noch nicht verbauten Laschen dran glauben mussten.
Jetzt ging es an’s Kleben, was zwischenzeitlich Ausdünstungen erzeugte, die meinem an meinem Zimmer vorbeikommenden Vater den Spruch entlockte: “Das kann nicht gesund sein, was du da drinnen machst!”
Natürlich musste das Ganze noch “texturiert” werden. Dabei entschied ich mich dagegen, irgendwie den Anschein zu erwecken, die Truhe sei aus Holz. Einerseits, weil ich meinen künstlerischen Fertigkeiten nicht wirklich zutraute, das zufriedenstellend hin zu bekommen, andererseits, weil ich meinen Werken immer gerne einen etwas unvollkommenen, hemdsärmeligen Charme lasse, der ihre Herkunft erkennen lässt. Also blieb es bei den Farben Schwarz, Silber und (in Ermangelung eines vernünftigen Goldeffekts) Rot.
Was braucht eine Truhe noch? Ein Schloss natürlich! Da mir ein funktionierender Schließmechanismus aus Pappe (ich habe tatsächlich für eine Minute drüber nachgedacht…) aber doch des Guten zu viel war, beließ ich es bei einer Vorrichtung für ein Vorhängeschloss (hier in der noch nicht kolorierten Version). Ja ich weiß, ein Zahlenschloss passt nicht wirklich zu einer Schatztruhe, aber ich hatte grad nichts anderes parat.
Am Ende blieb von den abgeschnittenen Laschen tatsächlich kaum etwas übrig und es wurde auch kein zusätzliches Material benötigt. Die komplette Bastelaktion dauerte etwa vier Stunden. Über Nacht habe ich die Truhe dann noch mal gelüftet, man will ja nicht, dass die Geschenke hinterher alle nach Klebstoff riechen.
Heute wurde die Truhe dann noch mit den tatsächlichen Geschenken gefüllt und mit einer stilecht wachsversiegelten Weihnachtsbotschaft garniert.
Und die so fertig gepackte und verschlossene Kiste kommt nachher natürlich unter den Baum, tadaa, Frohes Fest und so!














