Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber mir schießen unter der Dusche meistens die wildesten Gedanken durch den Kopf. Da waren schon Gestaltungsideen für diese Homepage, Lösungsansätze für Uni-Aufgaben und vieles mehr dabei. Unter anderem auch immer wieder irgendwelche Dinge, die es nicht gibt, die es aber eigentlich logischerweise geben müsste.
Erst mal will ich aber ein wenig ausholen. Wie man vielleicht dem ein oder anderen älteren Inhalt dieser Seite entnehmen kann, bin ich der Computer- und Videospielszene nicht ganz abgeneigt. Früher hatte ich mehr Zeit für sowas, aber seit ich studiere ist das logischerweise weniger geworden.
Doch das ist nicht der einzige Grund, denn gleichzeitig mit dem Studienbeginn bin ich zum Mac-User geworden. Aus Neugier, sowohl was die mir damals unbekannte Plattform als auch den ganzen Kult um Apple angeht. Und weil mich das Gesamtpaket, das Apples Mobilrechner – denn einen solchen benötigte ich – boten, überzeugt hatte. Nun ist Mac OS nicht wirklich eine verbreitete Spieleplattform (obwohl mittlerweile erstaunlich vieles portiert wird – dazu später mehr) und nur zum Spielen immer Windows booten, was ja dank Boot Camp möglich ist, ist auch doof. Außerdem ist die Hardware eines MacBook Pro zwar nicht langsam, aber dennoch auf Mobilität und nicht auf die Leistung, die viele moderne Spiele erwarten, zugeschnitten.
Trotz der kostbarer gewordenen Freizeit und dem Mac habe ich nie aufgehört, die Spieleszene zu verfolgen. Schon früher fand ich es meistens viel spannender, aktuelle Entwicklungen und die nach und nach publik werdenden Details zu einem neuen Spiel zu verfolgen, als dann tatsächlich das Spiel zu spielen. Mittlerweile nenne aber ich sogar eine Konsole mein eigen, was ich noch vor ein paar Jahren für nicht denkbar hielt: Eine Xbox 360, die ich mir wegen GTA IV gegönnt habe. (Und nein, das ist nicht das einzige Spiel geblieben. Obwohl ich eigentlich keine Zeit hab…)
Jedenfalls hat sich in den letzten Jahren die Distribution von Spielen verändert. Im PC Markt klagen die Publisher über Einnahmeausfälle durch Raubkopien. Die Verpackungen und deren Inhalte werden liebloser, was manchmal damit begründet wird, dass Downloadkäufer keinen Nachteil gegenüber den Ladenkäufern haben sollen. Achja, das Downloadgeschäft…als das aufkam haben ich und auch viele andere die Nase gerümpft. Es machte den Kauf von Spielen oder auch Musik und Filmen irgendwie seelenlos. Immerhin sind dies ja keine Gebrauchsobjekte, sondern Kulturgüter, für die man auch eine Sammlerleidenschaft entwickeln kann. Daten auf der Festplatte zu sammeln ist nicht so das Wahre. Außerdem sind diese gekauften Daten ja auch noch meistens kopiergeschützt und mit irgendwelchen Lizenzmechanismen versehen, sodass man sie nicht mal eben an Freunde verleihen oder verkaufen kann. Dennoch hat das Ganze natürlich auch eine Daseinsberechtigung, denn dieser Verkaufsweg eröffnet kleinen, unabhängigen Entwicklern die Möglichkeit, ihr Visionen an den Mann zu bringen.
Mittlerweile scheint das Downloadgeschäft in nahezu allen Bereichen im Mainstream angekommen. Apple hat es profitablen Musikdownloads den Weg geebnet, es gibt Online-Filmverleihe, die auch ich schon genutzt habe (Kaufen tu ich Filme aber immer noch nur auf DVD. Verleih ist nicht so schlimm, die gibt man ja eh zurück. Und es ist bequemer, als zur Videothek zu fahren) und auch für Spiele gibt es Download-Portale. Auch wenn ich mal behaupten würde, dass nur Steam wirklich in der Zielgruppe angekommen ist. Der Weg dorthin war für Valve auch steinig, bzw. ist es wahrscheinlich immer noch. Schließlich ist Valve eigentlich Spieleentwickler und vertreibt mit seiner Downloadplattform nun auch Spiele der Konkurrenz, was diese nicht ganz unkritisch sieht. Abgesehen davon gibt es noch eine Reihe weiterer Kritikpunkte, die man teilweise auf Wikipedia nachlesen kann. Ich persönlich habe Steam (noch zu Windowszeiten) bisher nur für die Aktivierung des im Laden gekauften Half Life 2 und für die Demoversion von Portal verwendet. Dennoch würde ich, was die Akzeptanz in der Spielerszene, das Angebot und das Gesamtkonzept angeht, Steam als die ausgereifteste Plattform einschätzen.
Kommen wir also zurück zum Spielen unter Mac OS. Wie bereits erwähnt, wird eine erstaunliche Anzahl von Spielen auch für den Mac veröffentlicht. Das übernimmt oft nicht der eigentliche Publisher, sondern einer, der sich auf diesen Markt spezialisiert hat. Dahinter steckt auch noch ein gewisser Aufwand, denn der Code muss natürlich so angepasst werden, dass er auch unter Mac OS funktioniert, dann müssen die Datenträger produziert, verpackt, in die Läden verteilt werden. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das alles rentiert. Mac Spiele stehen nicht bei all den anderen PC und Konsolenspielen im Handel. Man findet sie in der Apple Ecke der Computerabteilung oder halt bei mehr oder weniger gut besuchten Apple-Spezialläden. Ich habe noch nie jemanden dort ein Spiel genauer betrachten, geschweige denn kaufen sehen. Trotzdem gibt die Spieleindustrie Geld für diese Sonderanfertigungen aus.
Erstaunlicherweise gibt es meines Wissens keine Downloadplattform für Mac-Spiele. Dabei würde eine solche sich doch anbieten. Der ganze physikalische Produktions- und Distributionsprozess, den ich ja für ein Verlustgeschäft halte, würde entfallen. Außerdem gibt es unter Mac Usern doch ohnehin eine ausgeprägtere Downloadkultur: Alles was über iTunes läuft ist offensichtlich, durch die iPhone Apps ist dort sogar eine Software und Spiele-Sparte entstanden. Aber auch abseits davon gibt es unglaublich viel bezahlte Softwaredownloads für den Mac und eine Shareware-Szene, die um einiges beliebter sein dürfte als ihr Gegenstück in der Windowswelt. Ein iTunes für Spiele hat aber irgendwie noch keiner in Angriff genommen.
Also Valve, denkt doch mal drüber nach, und wenn es sich tatsächlich als gutes Geschäft herausstellen sollte, würde ich mich über ein kleines Beraterhonorar freuen ^^. Und wenn ihr schon dabei seit, macht es gleich cross-platform fähig, sodass man, wenn man sich mit seinem Windows-Steam-Account auf einem Mac anmeldet, alle Spiele hat, die auch für den Mac umgesetzt wurden. Oder überlegt euch ein angemessenes Preismodell für die Freischaltung der zweiten Plattform. Ich weiß zwar nicht, ob und wenn ja wie ausgiebig ich persönlich von einem solchen Portal Gebrauch machen würde, aber solange es sowas nicht gibt, kann ich ja nicht mal auf die Idee kommen. Jedenfalls halte ich das für eine Möglichkeit, die größer werdende Schar der Mac User für die Spieleindustrie zu erschließen.





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Speziell auf dem iPhone gibt’s ja neben den schon bekannten Game-Apps ja noch die OpenSource Spiele über den Cydia Installer: So kann man z.B. Quake, DukeNukem, Doom oder Wolfenstein 3D darauf zocken. Des weiteren gibt es nun auch schon eine Handvoll von Emulatoren, mit deren Hilfe man SuperNES, GameboyAdvance und ähnliche Handheld-Games auf dem iPhone zocken kann – heeeerrrlich
Gruss aus München
Fritz / Team Buyplanet, die Spezialisten für das iPhone ohne Vertrag / http://www.buyplanet.de
um 18:56 am 30.01.2010Da hat bei Valve wohl jemand deinen Blog abonniert. :>
http://www.computerbase.de/news/software/spiele/2010/februar/steam_zukunft_mac_os_x/
um 15:47 am 27.02.2010Jo, hab gestern schon die Nachricht in ihrer Verbreitung beobachtet. ^^
um 16:42 am 27.02.2010