Manchmal holt einen die Realität ziemlich schnell ein. Vor knapp zwei Monaten schrieb ich meine Gedanken zum Thema Download-Plattform für Mac OS Spiele und insbesondere eine Portierung von Valves Steam nieder. Einfach so, ohne etwas geahnt oder gelesen zu haben, nur aus meinen persönlichen Einschätzungen des Marktes heraus. Etwas neckisch wünschte ich mir im Falle einer Umsetzung noch ein kleines Beraterhonorar.

Rund einen Monat später bekam Steam eine umfassende Erneuerung des User Interface spendiert, zumindest als Beta-Version. Unter anderem wurde damit die Basis des Browsers ausgetauscht: Wo bis dahin die Trident Engine des Internet Explorer ihren Dienst tat, wird nun das Open Source Projekt WebKit eingesetzt, welches, wie viele wissen dürften, hauptsächlich von Apple (und seit Chrome auch von Google) vorangetrieben wird. Alsbald entdeckten neugierige Spürnasen beim Durchstöbern der neuen Dateien, dass auch verdächtig aussehende und verdächtig benannte neue Grafiken in dem Update enthalten waren. Und ab sofort war Hochbetrieb in der Gerüchteküche.

Vor einer Woche dann hatte die Steam-Welt ein völlig neues Gesprächsthema, denn Valve zeigte sich als Meister der Inszenierung: Das nach seiner Veröffentlichung vor zweieinhalb Jahren schnell zum Kultspiel avancierte Portal bekam ein kleines Update. Was daraufhin geschah, möchte ich nicht in eigenen Worten beschreiben, denn ich war nicht live dabei, habe es nur nachträglich gelesen und irgendwann auch die Kinnlade wieder hochbekommen. Aber lest selbst, was ich über Twitter nur als „Crowd computing at its best“ bezeichnen konnte:

News bei Krawall.de (mein Einstiegspunkt)

Zusammenfassung im Steam Forum

All das konnte natürlich nur auf die Ankündigung eines Nachfolgers von Portal hinauslaufen, dessen Existenz dann auch bald mit einer Titelstory im Magazin GameInformer bestätigt wurde. Und so ganz nebenbei wurde als Zielplattform neben PC und Xbox 360 auch Mac genannt. Was, wie, womit denn? Nun, gleichzeitig zur Aufregung um das Portal Update verteilte Valve an berühmte Apple Werbungen angelehnte Bildkompositionen mit Charakteren aus ihren Spieleuniversen an mehrere Mac Webmagazine, mit der Nachricht „In anticipation of an upcoming announcement from Valve.“ versehen.

Kleines Gerücht zum Schluss: Ein Leser von TUAW.com behauptet, im GameInformer werde bestätigt, bereits für PC Versionen von Spielen erworbene Steam-Product-Keys würden auch für die Mac Versionen gelten. Das entspräche exakt dem von mir in meinem alten Blogpost erwünschten Modell. Allerdings hat sich noch niemand gefunden, der diese Aussage bestätigen konnte.
[Update] Mittlerweile wurde auch bestätigt, dass es ein solches Feature geben wird.

Diese Woche findet die jährliche Game Developers Conference in San Francisco statt. Alles deutet darauf hin, dass Valve dort die Bombe, mit welcher Sprengkraft auch immer, platzen lassen wird. Einen Honorarscheck werde ich wohl nicht erwarten können, denn die kurze Zeit zwischen meinem Blogpost und den ersten Indizien lässt erahnen, dass auch Valve schon länger darüber nachgedacht hat.


Im Folgenden ein Rückblick auf einige der merkwürdigen Dinge, die mir in den letzten Monaten über den Weg gelaufen sind.

 

Bildschirmfoto 2009-12-21 um 08.59.03

Mac OS Doppel-Fail…

 

Spaß in Hong Kong

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Bratwurst ist überall

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Wo liegt eigentlich Marokko?

Ohne Titel

Das System hat der Skyline den Bank of China Tower geklaut!

1-1_turkey

Dieser Truthahn sieht merkwürdig aus…

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blablabla, Mr. Freeman…

1-2_bettle

ohne Worte

 

wieder im Lande

1-8_bachelor

Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel,
meine Gegend, …

1-9_iam

Wer mich kennt, weiß was daran lustig ist.

1-11_schneehuhn

Alternative Schneekunst

1-12_käse

klingt irgendwie falsch

Foto am 27-01-2010 um 18.24

Das machen anatomisch unangepasste Leute mit meiner Pringlesdose. :(

1-29_pink

wtf? Knallpink ist die erste Farbe für Shepard nach Schwarz- und Weißtönen…

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber mir schießen unter der Dusche meistens die wildesten Gedanken durch den Kopf. Da waren schon Gestaltungsideen für diese Homepage, Lösungsansätze für Uni-Aufgaben und vieles mehr dabei. Unter anderem auch immer wieder irgendwelche Dinge, die es nicht gibt, die es aber eigentlich logischerweise geben müsste.

Erst mal will ich aber ein wenig ausholen. Wie man vielleicht dem ein oder anderen älteren Inhalt dieser Seite entnehmen kann, bin ich der Computer- und Videospielszene nicht ganz abgeneigt. Früher hatte ich mehr Zeit für sowas, aber seit ich studiere ist das logischerweise weniger geworden.

Doch das ist nicht der einzige Grund, denn gleichzeitig mit dem Studienbeginn bin ich zum Mac-User geworden. Aus Neugier, sowohl was die mir damals unbekannte Plattform als auch den ganzen Kult um Apple angeht. Und weil mich das Gesamtpaket, das Apples Mobilrechner – denn einen solchen benötigte ich – boten, überzeugt hatte. Nun ist Mac OS nicht wirklich eine verbreitete Spieleplattform (obwohl mittlerweile erstaunlich vieles portiert wird – dazu später mehr) und nur zum Spielen immer Windows booten, was ja dank Boot Camp möglich ist, ist auch doof. Außerdem ist die Hardware eines MacBook Pro zwar nicht langsam, aber dennoch auf Mobilität und nicht auf die Leistung, die viele moderne Spiele erwarten, zugeschnitten.

Trotz der kostbarer gewordenen Freizeit und dem Mac habe ich nie aufgehört, die Spieleszene zu verfolgen. Schon früher fand ich es meistens viel spannender, aktuelle Entwicklungen und die nach und nach publik werdenden Details zu einem neuen Spiel zu verfolgen, als dann tatsächlich das Spiel zu spielen. Mittlerweile nenne aber ich sogar eine Konsole mein eigen, was ich noch vor ein paar Jahren für nicht denkbar hielt: Eine Xbox 360, die ich mir wegen GTA IV gegönnt habe. (Und nein, das ist nicht das einzige Spiel geblieben. Obwohl ich eigentlich keine Zeit hab…)

Jedenfalls hat sich in den letzten Jahren die Distribution von Spielen verändert. Im PC Markt klagen die Publisher über Einnahmeausfälle durch Raubkopien. Die Verpackungen und deren Inhalte werden liebloser, was manchmal damit begründet wird, dass Downloadkäufer keinen Nachteil gegenüber den Ladenkäufern haben sollen. Achja, das Downloadgeschäft…als das aufkam haben ich und auch viele andere die Nase gerümpft. Es machte den Kauf von Spielen oder auch Musik und Filmen irgendwie seelenlos. Immerhin sind dies ja keine Gebrauchsobjekte, sondern Kulturgüter, für die man auch eine Sammlerleidenschaft entwickeln kann. Daten auf der Festplatte zu sammeln ist nicht so das Wahre. Außerdem sind diese gekauften Daten ja auch noch meistens kopiergeschützt und mit irgendwelchen Lizenzmechanismen versehen, sodass man sie nicht mal eben an Freunde verleihen oder verkaufen kann. Dennoch hat das Ganze natürlich auch eine Daseinsberechtigung, denn dieser Verkaufsweg eröffnet kleinen, unabhängigen Entwicklern die Möglichkeit, ihr Visionen an den Mann zu bringen.

Mittlerweile scheint das Downloadgeschäft in nahezu allen Bereichen im Mainstream angekommen. Apple hat es profitablen Musikdownloads den Weg geebnet, es gibt Online-Filmverleihe, die auch ich schon genutzt habe (Kaufen tu ich Filme aber immer noch nur auf DVD. Verleih ist nicht so schlimm, die gibt man ja eh zurück. Und es ist bequemer, als zur Videothek zu fahren) und auch für Spiele gibt es Download-Portale. Auch wenn ich mal behaupten würde, dass nur Steam wirklich in der Zielgruppe angekommen ist. Der Weg dorthin war für Valve auch steinig, bzw. ist es wahrscheinlich immer noch. Schließlich ist Valve eigentlich Spieleentwickler und vertreibt mit seiner Downloadplattform nun auch Spiele der Konkurrenz, was diese nicht ganz unkritisch sieht. Abgesehen davon gibt es noch eine Reihe weiterer Kritikpunkte, die man teilweise auf Wikipedia nachlesen kann. Ich persönlich habe Steam (noch zu Windowszeiten) bisher nur für die Aktivierung des im Laden gekauften Half Life 2 und für die Demoversion von Portal verwendet. Dennoch würde ich, was die Akzeptanz in der Spielerszene, das Angebot und das Gesamtkonzept angeht, Steam als die ausgereifteste Plattform einschätzen.

Kommen wir also zurück zum Spielen unter Mac OS. Wie bereits erwähnt, wird eine erstaunliche Anzahl von Spielen auch für den Mac veröffentlicht. Das übernimmt oft nicht der eigentliche Publisher, sondern einer, der sich auf diesen Markt spezialisiert hat. Dahinter steckt auch noch ein gewisser Aufwand, denn der Code muss natürlich so angepasst werden, dass er auch unter Mac OS funktioniert, dann müssen die Datenträger produziert, verpackt, in die Läden verteilt werden. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das alles rentiert. Mac Spiele stehen nicht bei all den anderen PC und Konsolenspielen im Handel. Man findet sie in der Apple Ecke der Computerabteilung oder halt bei mehr oder weniger gut besuchten Apple-Spezialläden. Ich habe noch nie jemanden dort ein Spiel genauer betrachten, geschweige denn kaufen sehen. Trotzdem gibt die Spieleindustrie Geld für diese Sonderanfertigungen aus.

Erstaunlicherweise gibt es meines Wissens keine Downloadplattform für Mac-Spiele. Dabei würde eine solche sich doch anbieten. Der ganze physikalische Produktions- und Distributionsprozess, den ich ja für ein Verlustgeschäft halte, würde entfallen. Außerdem gibt es unter Mac Usern doch ohnehin eine ausgeprägtere Downloadkultur: Alles was über iTunes läuft ist offensichtlich, durch die iPhone Apps ist dort sogar eine Software und Spiele-Sparte entstanden. Aber auch abseits davon gibt es unglaublich viel bezahlte Softwaredownloads für den Mac und eine Shareware-Szene, die um einiges beliebter sein dürfte als ihr Gegenstück in der Windowswelt. Ein iTunes für Spiele hat aber irgendwie noch keiner in Angriff genommen.

Also Valve, denkt doch mal drüber nach, und wenn es sich tatsächlich als gutes Geschäft herausstellen sollte, würde ich mich über ein kleines Beraterhonorar freuen ^^. Und wenn ihr schon dabei seit, macht es gleich cross-platform fähig, sodass man, wenn man sich mit seinem Windows-Steam-Account auf einem Mac anmeldet, alle Spiele hat, die auch für den Mac umgesetzt wurden. Oder überlegt euch ein angemessenes Preismodell für die Freischaltung der zweiten Plattform. Ich weiß zwar nicht, ob und wenn ja wie ausgiebig ich persönlich von einem solchen Portal Gebrauch machen würde, aber solange es sowas nicht gibt, kann ich ja nicht mal auf die Idee kommen. Jedenfalls halte ich das für eine Möglichkeit, die größer werdende Schar der Mac User für die Spieleindustrie zu erschließen.

Nun habe ich endlich etwas Zeit, mal zu berichten, was mir so in den mehr als 24 Stunden von Sonntag bis Montag so alles widerfahren ist. Wobei – eigentlich fing es schon Samstag Abend an, verdächtig zu werden. Da versuchte sich meine Mutter nämlich am Online-Check-in der Lufthansa, mit dem Ergebnis, dass von unserer Buchung von Hamburg über Frankfurt nach Hong Kong der erste Teil nicht im System existierte. Nun ja, das wäre noch einigermaßen zu erklären, denn nach der Buchung im Juli (!) hatte sich im Oktober (!!) irgendwas an den Flugplänen geändert, wie uns das Reisebüro auch rechtzeitig mitgeteilt hatte. Nur die Lufthansa kam damit anscheinend nicht klar.

Hamburg – 10:45, -10 °C und heiter – die Laune ebenfalls

Sonntag gings dann vormittags bei wunderschönem aber bitterkaltem Winterwetter los in Richtung Flughafen. Mit reichlich Zeitpuffer ausgestattet, denn mein Vater befürchtete schnee- und eisbedingte Probleme der S-Bahn. Nichts dergleichen war der Fall, alles verlief nicht nur so, wie der seit eh und je zuverlässige Geofox es berechnet hatte, sondern wir bekamen sogar eine Bahn früher zum Flughafen. Dort angekommen, waren wir so frei, es erneut an den Check-in Automaten zu probieren, was das gleiche Ergebnis wie am Vorabend lieferte. Also musste doch die althergebrachte Methode am gnädigerweise noch vorhandenen Schalter mit Personen aus Fleisch und Blut herhalten. War alles kein großes Problem, da hatte sich einfach das Lufthansa System verschluckt.

Ohne unser eingeplantes Zeitpolster genutzt zu haben, konnten wir also nun in aller Seelenruhe die Sicherheitskontrollen passieren und auf den Flieger nach Frankfurt warten. Und warten. Und uns ein bisschen wundern, dass eine Maschine, die um 14:00 abfliegen soll, um 13:30 noch nicht da ist… Das war so die Zeit, in der Nachrichten von einem Schneechaos im Westen die Runde machten. Die Flughäfen in Düsseldorf, Amsterdam und Paris seien geschlossen worden, was auch zu den Anzeigetafeln passte. Und zu der Tatsache, dass vor den Fenstern der Wartesäle ziemlich tote Hose war. Aber warum sollte das unser aus Frankfurt kommendes Flugzeug stören? Es sollte. Eine Durchsage verkündete uns wartenden, dass aufgrund von Verzögerungen durch nötige Enteisungen das Flugzeug gerade erst in Frankfurt gestartet sei. Das war kurz vor zwei, also ziemlich genau der Zeitpunkt, wo wir eigentlich das Gate Richtung Frankfurt verlassen sollten. Nun ja, es ist Winter, sowas kann schon mal vorkommen und in Frankfurt war die Umsteigezeit mit über 2 Stunden auch großzügig bemessen, sodass wir keine Probleme bekommen sollten.

Your flight has been cancelled - not mine

Eine dreiviertel Stunde später war der Flieger dann auch tatsächlich da, entleerte sich und füllte sich wieder, unter anderem mit uns. Das übliche Prozedere – Plätze finden, Handgepäck verstauen, versuchen es sich so gut es eben geht bequem zu machen – fand ein jähes Ende, als sich nach der üblichen Wartezeit noch immer nichts tat, was der Kapitän uns dann sinngemäß folgendermaßen beibrachte: „Aufgrund des Schneefalls mussten in Frankfurt Landebahnen zwecks Räumung geschlossen werden, was eine Reduzierung der Landungen pro Stunde von 60 auf etwa 20 zur Folge hat. Weshalb mal eben auch unser Slot gestrichen wurde und wir erst in einer Stunde und 15 Minuten starten können.“ Freundlicherweise wurden aber nun schon am Boden Getränke ausgeschenkt. Uns als Umsteige-Passagier beginnt man sich so langsam Sorgen um seinen Anschlussflug zu machen (aber nur langsam, denn immerhin ist da ja Schneechaos. Wäre ja ungerecht, wenn sich ausgerechnet der Anschlussflug dadurch nicht verzögern würde). Nach einer Stunde (all die Flugzeuge neben uns waren mittlerweile weg oder es waren schon wieder neue da) tat sich dann tatsächlich was: Ein Laster mit Hebebühne kam und unser Flugzeug wurde warm geduscht.

Warmduscher

Nach der Enteisung rollten wir tatsächlich… auf eine Parkposition auf dem Vorfeld. „Es hat nicht sollen sein/It was to good to be true“, teilte uns der Kapitän zerknirscht eine weitere halbe Stunde Wartezeit mit. Dies war tatsächlich die für den Moment letzte und auf dem Weg zur Startbahn wurde klar, dass der Teufel sich heute zwar nicht ver-, aber trotzdem noch im Detail steckte:

A-WEST & B-EAST


Frankfurt – 18:00, dunkel, keine Zeit für Laune, muss Flieger nach Hong Kong bekommen…

Immerhin mit einer butterweichen Landung entschädigt (für die der Kapitän Applaus von Leuten, die auch nach Vorlesungen klopfen (oder wie war noch mal die StudiVZ Gruppe? ^^) bekam), kamen wir in Frankfurt an, in freudiger Erwartung des laaaangen Weges, der von A17 nach C16 zurückzulegen war (siehe Grafik). Falls denn unser Flieger überhaupt noch da war…war er laut Anzeigetafel, allerdings war wohl vor 5 Minuten mit dem Boarding begonnen worden. Also losgestratzt, immer den Schildern, soweit vorhanden nach, mit dem Skytrain ins andere Terminal, und weiter durch einen elendig langen Gang ohne Laufbänder durch die Sicherheitskontrolle am Ende des Ganges kurz vor C16…wo unser Tatendrang dann jäh gestoppt wurde. Da habe sich was geändert, teilte uns ein Flughafenmitarbeiter mit, unser Flug ginge nun von C9 aus. Was eigentlich nicht so schlimm wäre, wenn das denn, wie man denken könnte, nicht allzu weit von C16 entfernt wäre. Ist es aber nicht, wie einem ein Blick auf den Lageplan verrät, denn irgenein schlauer Mensch hat sich ausgedacht, dass man durch den bereits erwähnten elendig langen Gang zurück und dann parallel dazu einen anderen Gang entlang muss. Auf dem Weg zu C9 passierten wir unter anderem einen Monitor, der besagte „hier geht’s zu folgenden Flügen“, gefolgt von einer leeren Liste, was meine Mutter ziemlich verwirrte, wovon ich mich aber nicht aufhalten ließ, denn „was sollen wir denn sonst machen, als nachgucken?“ Einige Meter weiter versuchten Papierschilder, die verschiedene Flüge in die USA bezeichneten, uns aufzuhalten. Nachdem all diese Hindernisse passiert waren, rief uns aus der diesmal richtigen Sicherheitskontrollstation jemand entgegen: „Wollen Sie nach Hong Kong? Dann aber schnell!“ Am Gate wurde dem letzten Satz aber sofort der Wind wieder aus den Segeln genommen, denn eine Lufthansa-Mitarbeiterin mahnte uns und ein paar Italiener, die zusammen mit uns so spät kamen, „molto piano“ zu gehen, denn irgendwie war in der Brücke zum Flieger Wasser ausgelaufen, welches bei den Temperaturen sofort gefroren war und schon eine ältere Dame außer Gefecht gesetzt hatte. Schließlich geleitete sie uns sogar bis zur Flugzeugtür und endlich waren wir im Flieger zu unserem Ziel (erst musste ich allerdings noch einen Chinesen von dem auf meinem Ticket vermerkten Platz verscheuchen).

frankfurt

Man könnte denken, dass es nun endlich losging, immerhin hatte das Flugzeug auch wegen uns noch so lange dort gestanden. Doch die Frankfurter Schneechaos-Koordinatoren hatten was dagegen. Offenbar standen nicht genügend Enteisungsfahrzeuge zur Verfügung, sodass wir ewig warten mussten, bis wir uns überhaupt in die Warteschlange vor einer an der Startbahn befindlichen Enteisungsstation einreihen durften. Unterwegs dorthin konnte man noch eine Kolonne Räumfahrzeuge bestaunen, die es schaffte, eine Durchfahrt zu blockieren. Um 21:30 – etwa drei Stunden, nachdem wir als letzte eingestiegen waren – hoben wir dann endlich Richtung Hong Kong ab.

kolonne

Das bedeutete 10 Stunden keinen Stress, weil ohnehin gefangen, und Zeit sich so gut es geht (nicht gut) auszuruhen. Immerhin durfte ich endlich erfahren, das „Up“ in der Tat ein ziemlich lustiger Film ist.

Hong Kong – 7:30 bzw. 14:30 Ortszeit, 17 °C und leicht bewölkt – Laune? Will schlaaafen…

Tatsächlich schaffte es der Pilot wie versprochen in  ziemlich genau 10 Stunden. Doch wer meinte, jetzt sei endlich alles gut, hatte sich zu früh gefreut. Denn schließlich gibt es kein Reisechaos ohne Gepäckchaos – dieses war nämlich nicht dazu zu bewegen, sich unter den aus unserem Flieger kommenden Koffern zu befinden. Und sogar der nun recht sinnlose Gepäckwagen machte sich über uns lustig:

nuernberg

Stand heute – 2 Tage später – hat sich in Frankfurt wohl noch immer nicht alles wieder auseinander sortiert, unser Gepäck ist noch immer verschollen. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass wir tatsächlich noch Glück im Unglück hatten. Wie ich so las, wären nicht einmal wir persönlich hier angekommen, wenn wir nur einen Tag später geflogen wären, sondern 3 von 8000 in Frankfurt Gestrandeten gewesen. Das ganze ist ein wenig lächerlich, wenn man bedenkt, was für vergleichsweise humane Wetterverhältnisse halb Europa ins Chaos gestürzt haben, im Gegensatz zu dem, was alljährlich die USA heimsucht und dort nachvollziehbarer Weise alles zum Stillstand bringt.

Ein Fazit nach 5 Stunden in stehenden, 11 in fliegenden Flugzeugen und 2 Tagen Bedenkzeit: Das System hat uns in etwa 3 Stunden Zeit (in Bezug auf die ursprüngliche Ankunftszeit tatsächlich gar nicht so viel) und 2 Koffer geklaut (aber nicht unser Lächeln…)! In diesem Sinne, fröhliche Weihnachten alle miteinander! ;-)

…schließen während des Tiefensuchalgorithmus Kreise.

So ungefähr war meine knappe Antwort auf eine entsprechende Frage auf einem Übungsblatt neulich. Und als ich gestern abend ziemlich müde war und ein völlig anderes Übungsblatt gelöst hatte, wollte ich noch schnell mal das Internet fragen, ob das, was ich da fabriziert hatte auch Sinn machte. Also tippte ich flugs die Worte “scherung gerade matrix” (ziemlich unpräzise Suchanfrage eigentlich…) in die Suchseite meines Vertrauens, nämlich keyboardr, ein. Nachdem ich festgestellt hatte, dass meine Suchanfrage eigentlich ziemlich unpräzise war, schweifte mein Blick so über die ziemlich unpräzisen Suchergebnisse und blieb an der Überschrift “Schere im Kopf. Aber anders.” des bekannten Blogs Spreeblick hängen (Das war wie gesagt gestern abend. Wer jetzt, wie ich gerade, versucht, das einen (!) Tag später nachzuvollziehen, wird sich wundern, dass dieser Link bei selbiger Suche nicht mehr auftaucht…direkt über Google Blog Search geht’s noch).

Wie es so meine Art ist, ließ ich mich in Null komma nichts von meiner eigentlichen Beschäftigung ablenken, um der Frage nachzugehen, wie es dieser kurios anmutende Link in meine Suchanfrage geschafft hatte. Diese war schnell beantwortet, denn “Scherung”/Schere kam schon im Titel vor, “gerade” ist nicht nicht gerade (ha!) ein seltenes Wort und kam genau wie “Matrix” (allerdings auf die Filme bezogen) in den Kommentaren vor. Viel interessanter war allerdings der Inhalt des Blogposts: Da kam nämlich die Frage nach dem Namen des auch von mir, allerdings rund anderthalb Jahre nach diesem, thematisierten Phänomens der nachdem einmal gesehen in rauhen Mengen auftretenden Begriffe auf. Ob man dies nun grob selektive Wahrnehmung oder präziser, wie in den dortigen Kommentaren teils befürwortet, teils abgelehnt, Priming nennen möchte – ich hätte da ne neue Frage:

Wie nennt man das, wenn man im Verlaufe seines Lebens (Tiefensuchalgorithmus) irgendwann vollkommen zufällig und ohne Zusammenhang auf Dinge stößt, über die man irgendwann unter völlig anderen Umständen schon mal nachgedacht hat? Ich bin für “Rückwärtspfeile”…

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Damals